Medienkritik und ein Lesetipp

Medienkritik und ein Lesetipp

Verschiedene Magazine titeln:

«Palantir-CEO Alex Karp mit knallhart Ansage: Warum dein Uniabschluss bald wertlos ist»

https://www.merkur.de/wirtschaft/palantir-ceo-alex-karp-mit-knallhart-ansage-zr-94241418.html und viele mehr.

Wenn Medien wieder gewissen Exponenten (bewusst nur one gender) ungefiltert und nicht-einordnend das Mikro hinhalten…wie damals bei Musk und der AfD-Empfehlung.

Das was Karp sagt, ist keine PROGNOSE, es ist eine POLITISCHE AGENDA.

Same same auch mit der Aussage «KI wird die Macht der Frauen (Geisteswissenschaftlerinnen, Demokratinnen) brechen und Männer (non-educated, working class, military) stärken».

Es ist eine ANSAGE, KEINE VORHERSAGE.

Was alle Medien eben nicht als Kontext dazu schreiben:

Flankiert wurde dieses Quote zu Gender nämlich mit den Zitaten «Industry has to support the warfighter». Und: «TO MAKE THIS WORK». Karp will also, dass es so wird.

Noch einmal, liebe Medien: bitte aufhören mächtigen, reichen Führungsfiguren nach ihren Prognosen für die Welt zu fragen. Und stattdessen- so wie Dr. Sarah Genner schreibt- echte Arbeitsmarktexpert:innen zum Thema » KI und Jobs» interviewen.

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Du hast deine Identität bei LinkedIn verifizieren lassen für ein blaues Häkchen? Tut mir leid für dich.

Dein Pass, ID und biometrische Daten schlummern jetzt bei Peter Thiels finanziertem «Persona Identitites» wurde schon mit etlichen staatlichen Datenbanken der USA abgeglichen. Wird nach Belieben an alle US-Behörden weitergegeben.

Aus dem hervorragenden Text bei golem.de (eines der besten Tech-Magazine zurzeit), der eine Übersetzung von der Analyse aus dem Blog «Local Stack»:

«Und wer führt die «Datenerhebung und -analyse» durch? Anthropic, OpenAI und Groqcloud. Drei KI-Unternehmen verarbeiten unsere Reisepass- und Selfiedaten. Mein von der Regierung ausgestelltes Ausweisdokument wird den Unternehmen zugeführt, die große Sprachmodelle und KI-Systeme entwickeln.

AWS übernimmt die «Bildverarbeitung». Das bedeutet, dass mein Gesicht durch die Infrastruktur von Amazon geleitet wird. Die «Geräteauswertung» übernimmt Fingerprint JS – ein Unternehmen, dessen Name buchstäblich auf das verweist, was es tut. Es erstellt einen Fingerabdruck meines Geräts, während Persona einen Fingerabdruck meines Gesichts erstellt.

In den Richtlinien von Persona heißt es, diese Scandaten würden «nach Abschluss der Verifizierung oder innerhalb von sechs Monaten nach Ihrer letzten Interaktion» vernichtet. Gut.

Aber es gibt eine Ausnahme: «… es sei denn, Persona ist gesetzlich oder aufgrund eines Rechtsverfahrens anderweitig verpflichtet, die Daten aufzubewahren».

«Der Verifizierungsprozess hat nur drei Minuten gedauert: Scan, Selfie, fertig. Zu verstehen, womit ich mich tatsächlich einverstanden erklärt habe, hat dagegen ein ganzes Wochenende in Anspruch genommen und die Lektüre von 34 Seiten juristischer Dokumente erfordert.

Ich habe einem US-Unternehmen meinen Reisepass, mein Gesicht und die mathematische Geometrie meines Schädels übergeben. Es hat mich mit Kreditauskunfteien und staatlichen Datenbanken abgeglichen und wird meine Daten nutzen, um KI zu trainieren. Und wenn die US-Regierung anklopft, wird es alles herausgeben, selbst, wenn die Daten in Europa gespeichert sind und ich Europäer bin – möglicherweise, ohne mir jemals davon zu erzählen.

Und das alles für ein kleines blaues Häkchen auf irgendeinem beruflichen Netzwerk. Ich will niemandem vorschreiben, die Verifizierung zu überspringen. Aber jeder sollte wissen, was er sich einhandelt. Persona weiß es. Linkedin weiß es. Der Einzige, der im Dunkeln tappt, ist derjenige, der seinen Reisepass vor die Kamera hält.»

https://www.golem.de/news/linkedin-persona-in-drei-minuten-in-den-datenschutz-wahnsinn-2603-206707.html

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