Heute hält Ursula von der Leyen ihre „State of the Union»-Rede – ein guter Anlass, Dario Amodei (Anthropic), Sam Altman (OpenAI) und alle Doomers daran zu erinnern: Es gibt bereits eine KI-Regulierung für „KI-Systeme, die aus Testsystemen ausbrechen und Schäden anrichten», und zwar den AI Act. Eigentlich auch NIS 2 und die DSGVO – man hat die Qual der Wahl der Gesetze.
Dabei gelten Regeln für sogenannte Foundation Models (Large Language Models) ab einer bestimmten Grösse, die hier zweifellos gegeben ist. Bald folgt auch die Produkthaftung für KI-Systeme, und dann könnten alle Geschädigten von „ausgebrochenen Testsystemen» richtig Schadenersatz einkassieren.
Nein, die „Forschungsausnahme» gilt nicht, da es sich um Modelle handelt, die allesamt bereits in real life draussen sind.
Das zuständige EU-Büro müsste jetzt einfach mal die Regeln anwenden und das Knowhow aufbauen.te
Michael Kolain vom Zentrum für Digitalrechte hat eine exzellente Analyse dazu geschrieben. Wenn ihr nur einen Take zu dieser Debatte lesen wollt, dann würde ich diesen empfehlen.
Denn Kolain zeigt auf, was jetzt notwendig wäre. Wie etwa auch: Stellt die ehemaligen OpenAI- und Anthropic-Mitarbeitenden in Brüssel an!
Und auch: Amodei und Altman lenken gezielt ab von den existierenden Schäden. Das ist an und für sich nichts Neues, auch ich habe darüber geschrieben. Doch was mir bisher fehlte, war diese Perspektive: Die Tech-CEOs lenken die Aufmerksamkeit vor allem dadurch woanders hin, dass sie behaupten: ES GIBT KEINE REGELN.
Doch, die gibt es.
Es gibt die EU, die KI-Konvention des Europarats, die Regeln der UNO. Es gibt Gerichte, die bereits Entscheidungen gefällt haben.
Wir haben kein rechtliches Vakuum. Und nein, Tech-CEOs müssen sich nicht zusammenschliessen, sich selbstregulieren und in Eigenregie die Branchenregeln bestimmen, wann ein KI-System sicher genug ist. Dafür gibt es Staaten, internationale Institutionen, Gremien und Gesetze.
Die Welt würde GERADE JETZT eine selbstbewusste EU brauchen, die sagt: Wir setzen die Regeln konsequent durch – und die Menschheit profitiert global davon.
Doch ich fürchte, die seit dem Draghi-Bericht eingeschüchterte EU hat gerade null Selbstvertrauen. Und werkelt lieber an Giga-Factories und anderen Souveränitätsplänen herum. Diese sind zweifelsohne auch wichtig. Aber: das Eine tun und das Andere nicht lassen.
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